…come closer

POINT BLANK: DANCE …THE STAGE

“Eine Bühne kurz vor Weihnachten. Unaufgeräumt. Leere Stuhlreihen. Ein hoher Raum. In die Stille hinein Lachen, Musik, Kichern, trippelnde Schritte, die leisen Geräusche, die weiche Tanzschuhe auf dem Holzboden hinterlassen, ein altes Theater, in dem jedes Wort einen Hall hinterlässt, Ehrfurcht zwischen den Vorhängen …

Der Tänzer und seine Tänzerinnen bewegen sich auf der Bühne, eine Geschichte wird langsam lebendig. Sie betrachten einander, man erahnt seine Stimme: „Ja, sehr gut, seid Schneeflocken, schaut, wie ich das mache, bewegt die Arme, wiegt euch, fallt zu Boden, gleitet, schwingt, so, ja, macht mit, genau, stellt euch vor, ihr fallt aus einer weichen weißen Wolke hinunter auf die Erde, der Wind lässt euch tanzen, taumeln, gleiten, ihr fallt leise, langsam, deckt die Erde zu, die Bäume, die Menschen … seid Schneeflocken im Winterwind, ja, genau so, gut, weiter so …

Ungefähr so stelle ich mir die Szene vor, die auf diesen Bildern zu erahnen ist.

Als Zuschauer kennt man den Blick auf die Bühne aus den Stuhlreihen auf ein fertiges Geschehen. Aber als jemand, der auf der Bühne steht, sind diese Momente der Probenarbeit auf einer noch unaufgeräumten Bühne in einem Raum, der bald sehr voll sein wird, eine Steigerung der Konzentration, eine wachsende Spannung. Die Vorahnung kribbelt leise. Die Dynamik ergibt langsam einen Sinn, die Geschichte nimmt eine Form an, wird realer, klarer, stärker als in den Proben zuvor. Die Bewegungen werden fließender, der Ausdruck kraftvoller. Die Energie bündelt sich und dann, ganz langsam, wirbeln Schneeflocken getragen vom Wind auf die Bühne…”

                                                                                                                                                                                       Andrea (JETAMELE) ,  Hamburg im Dezember 2015
.

 

 

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28 responses

  1. sehr schön inszeniert!!

    December 15, 2015 at 10:21

  2. Hammer! The stage 6 ist mein Favorit… Super und absolut genial umgesetzt… Wäre sehr gern dabei gewesen 😉

    December 15, 2015 at 11:45

    • Vielen, vielen Dank! Das hatte sich zufällig so ergeben. Auf einmal stand ich da auf der Bühne. War echt ein tolles Gefühle und hat auch super Spaß gemacht. 🙂

      December 15, 2015 at 12:16

  3. Precioso reportaje, Markus, me ha encantado.
    Saludos

    December 15, 2015 at 12:06

  4. Coole Reportage, Markus! Und wie immer sehr anspruchsvolle Bilder: Motiv, Komposition und Umsetzung. Liebe Grüsse. Reinhold

    December 15, 2015 at 19:03

    • Dank dir Reinhold für deinen lieben Kommentar! Freut mich echt immer.
      Liebe Grüße
      Markus

      December 15, 2015 at 20:15

  5. 🙂 Lustig, den Text und die Bilder jetzt mal zusammen zu sehen!!!
    Sieht in der Zusammensetzung nochmal wieder ganz anders aus. Die Bilder kommen sehr gut vor deinem dunklen Hintergrund. Ich liebe ja das Bild mit der Tänzerin und den Kindern … das ist ein toller Moment. Schwer, einen bewegten Moment so zu treffen. Der Blick aus den Stuhlreihen nach vorne auf die Bühne ist genau der, den man kennt. Und der Blick von hinten auf die Bühne mit den leicht entsättigten Farben und dem ‘Gerümpel’, den find ich auch klasse!!
    Es ist witzig, ich hab mir die Bilder schon so oft angesehen, während ich an meinem Text gesessen habe. Schön, sie jetzt hier wieder zu finden … Liebe Grüße und danke nochmal für die schöne Idee 🙂

    December 15, 2015 at 22:35

    • Sehe die Bilder jetzt auch noch mal anders. Zusammen mit dem Text. Ohne deine Worte wären sie sehr isoliert gewesen. So machen sie eine Sinn. Eine Stimme die dem ganzen eine Einleitung gibt und gleichzeitig die Bilder irgendwie auffängt. Es ist sehr schön wie du den emotionalen Spannungsbogen aufbaust. Erst ein leises Beschreiben der Situation, das dann in einen dynamischen und lebendigen Dialog und Schneetanz übergeht. Als Ausklag kehr wieder Ruhe ein, die einen sanft wieder absetzt, damit man sich anschließend die Bilder anschauen kann.

      Mein Lieblingsbild ist irgendwie #04 weil Bühnen so eine schöne Tiefe in ihren verschieden Ebenen haben. Man kann so schön Mäuschen spielen und sieht trotzdem alle Teile der Bühne und einen Teil des Publikums.

      December 15, 2015 at 22:56

      • 🙂 freut mich, wie du das beschreibst. Klingt schön. Ist doch klasse, wenn beides zusammen eine Einheit bildet! Dann hat es gepasst. Schön rund sowas.
        Ja, Bild04 finde ich auch klasse, es fängt so verschieden Szenerien ein, das Warten der Mädchen, die Bühne, den Zuschauerraum, den Vorhang, die Dinge, die noch unaufgeräumt herum stehen … spannende Perspektive. Mir gefallen auch die Farben an dem Bild. Aber mein Liebstes ist das, wo vor dem dunklen Hintergrund die Tänzerin mit den Mädchen tanzt. TOLL!! 🙂

        December 16, 2015 at 22:16

        • Ich hatte auch noch ein, wo man seitlich der Buehne nur die Maedchen eigerahmt von den Vorhaengen sieht. Die Totale fande ich aber spannender, da man besser die Vielfalt der Buehne und der Arbeit sieht.
          Das mit John und den Maedchen mag ich auch sehr. Ihm gefaellt es auch gut.
          Dank dir, Andrea!

          December 17, 2015 at 15:19

        • Stimmt, das ist auch sehr schön. Der Mann sieht wirklich sehr so aus, als sei er total bei der Sache. Ist das derselbe, der auch auf den Bildern deiner vorangegangenen Serie zu sehen ist? Tanzlehrer, die voll in ihrem Element sind, sind meist sehr mitreißend. Faszinierend, was das für einen Unterschied macht, ob jemand Ausstrahlung hat oder nicht. Beim Tanzen merkt man das sehr schnell, ging mir jedenfalls immer so.

          December 17, 2015 at 23:08

        • Genau, das ist er. John (eigentlich Dshondo). Er ist echt Tanzlehrer mit Leib und Seele. Macht auch noch viele andere Tanz und Choreografie-Projekte. Vor allem kann er gut mit seinen Schuelern (die auch teilweise viel aelter sind als die Maedels dort) umgehen. Er nimmt die Sache sehr ernst und gibt dies auch weiter. Klar, und ne Menge Spass ist auch dabei.

          December 18, 2015 at 18:32

        • Klingt gut. Macht voll was aus, ob jemand mit Leib und Seele dabei ist oder nicht!
          Sieht sympathisch aus.

          December 20, 2015 at 1:19

        • Ist er auch. Ein sehr herzlicher Mensch. Hat es aber schwer, da seine taenzerische Ader nicht so gut bei den Maennern ankommt. Man muss doch schliesslich ein harter Bursche sein!!!

          December 20, 2015 at 13:28

        • Oh ja , DAS kann ich mir vorstellen, dass das dort nicht so gut kommt. Auch wenn ich das komplett total überhaupt nicht verstehe und mich auch weigern werde, das zu verstehen. Ich bin da echt anders sozialisiert. Und natürlich eine Frau.
          Naja … schwierig.
          Wobei zumindest Ballett in Russland doch eigentlich einen großen Stellenwert hat. Oder täuscht das? Und es gibt doch viele russische Tänzer, oder nicht? Aber das heisst natürlich nicht, dass diese es auch außerhalb des Darstellungsraumes ‘leicht’ haben. Schon klar. Hmm.

          December 20, 2015 at 15:05

        • Nurgenjev war das Aushängeschild. Es gibt glaube ich, wie woanders auch, diese Doppelmoral. Im Fernsehen und live im Ballett alles super toll und kultiviert. Im Alltag schwierig. Ich glaube aber, das sich was bewegt, da er mit Kompetenz überzeugen kann und so Türen des Verständnisses auftut. Zumindest gibt es Kreise in denen eine große Toleranz und Würdigung der Arbeit existiert.

          December 20, 2015 at 16:12

        • Das ist gut! Und es ist gut, wenn diese Dinge insgesamt besser/ einfacher werden. Manchmal habe ich Sorge, dass so etwas eher wieder rückläufig werden könnte… Hier in Deutschland hat sich ja durchaus viel bewegt, was Toleranz angeht. Aber nach wie vor finden sich seltsame Einstellungen und man weiß nie, was die Zeiten noch so bringen.
          Kann man nur Glück wünschen und Leute, die offen sind.

          December 21, 2015 at 12:36

        • Ich glaube schon das es auch reaktionäre Einstellungen geben wird. Genau bei den Leuten, die es als hip ansehen heute so zu reden und morgen, weil es noch hiper ist, so. Das Wort ‘Gutmensch’ ist so eine Blüte für mich. Wie kann man so sarkastisch sein und es als cool empfinden, das Wort abwertend zu benutzen. Aber auch das vergeht, bis man was Neues gefunden hat auf das man mit dem Finger zeigt.

          December 21, 2015 at 13:43

        • Ach, ‘die’ Leute, die reden immer ein Zeugs … ätzend ist es, wenn das dann so meinungsbestimmend wird. Diese Strömungen sind immens stark. Gern unterstützt von Print und Netz … Ich versuch lieber, meinen eigenen Kopf zu behalten, auch wenn das manchmal unbequem ist. Und natürlich auch nicht immer klappt. Trotzdem. Den Versuch ist es wert.

          December 21, 2015 at 18:53

        • Richtig so! 👍🏼 nur es nervt halt manchmal, weil sich viele hinter öffentlichen Meinung verstecken oder mitschwingen.

          December 21, 2015 at 19:07

        • Ja, das nervt. Stimmt. Die öffentliche Meinung ist leider auch oft viel lauter als die vielen individuellen leisen Stimmen.

          December 22, 2015 at 12:17

  6. fab shots

    December 16, 2015 at 6:56

  7. Echt eine tolle Dokumentation, Markus. Ein, für mich, ungewöhnlicher Blick aus dem Hintergrund. Wie immer schön nah am Menschen, das macht es richtig authentisch. Mir gefallen auch die beiden Totalen, wo man auch das Drumherum wahrnimmt.
    Eine tolle Atmosphäre vor allem durch das sparsame Licht und den leicht abgekühlten Farbstil. Cool!
    LG kiki

    December 18, 2015 at 11:31

    • Fuer mich war das auf eine sehr ungewohnter Blick aus dem Hintergrund. Selbst aus dem Vordergrung waere er ungewohnt gewesen. 🙂
      Es ist auf jeden Fall faszinierend dort zu stehen. Deshalb auch das Bild mit der Totalen, weil man so viel hinter Buehne entdecken kann.
      Vielen Dank, kiki!
      LG, Markus

      December 18, 2015 at 18:38

  8. Thrilling sense of hard work and anticipation. Trust the performance was excellent!

    December 29, 2015 at 13:49

    • Thank you, Patti. If I’m lucky, I’ll be able to see the show during the next days.

      December 30, 2015 at 13:18

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